Documenta11
•
Betreuung des Projektes von On
Kawara in der Ausstellung und
Einweisung der Performenden
Das kuratorische Konzept der Documenta11,
das von Beginn an dezidiert transnational,
interdisziplinär und generationen-
übergreifend ausgerichtet war, wurde von
Okwui Enwezor gemeinsam mit einem
international zusammengesetzten Team
erarbeitet. Zu diesem zählten die sechs Co-
Kurator*innen Carlos Basualdo, Ute Meta
Bauer, Susanne Ghez, Sarat Maharaj, Mark
Nash und Octavio Zaya, die am 12. Oktober
2000 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.
Die Documenta11 war als Abfolge von fünf
Plattformen konzipiert, die sich über einen
Zeitraum von 18 Monaten – von März 2001
bis September 2002 – auf vier Kontinente
erstreckten. Damit reichte sie inhaltlich,
geografisch und zeitlich deutlich über das
klassische Format der traditionellen 100-
Tage-Ausstellungen ihrer Vorgängerinnen
hinaus. Die ersten vier Plattformen wurden
als engagierte öffentliche und diskursive
Interventionen angelegt, die in spezifischen
lokalen Kontexten verortet waren und
zentrale zeitgenössische Problemfelder von
Kunst, Politik und Gesellschaft kritisch
adressierten. In die Realisierung
eingebunden war ein weitverzweigtes
Netzwerk institutioneller Partner, darunter
die Akademie der bildenden Künste
Wien/Institut für Gegenwartskunst, das Haus
der Kulturen der Welt und der Deutsche
Akademische Austauschdienst (DAAD) in
Berlin, der Prince Claus Fund for Culture
and Development in Den Haag, das India
Habitat Centre in Neu-Delhi, die Rockefeller
Foundation und die Ford Foundation in New
York, CODESRIA in Dakar sowie das Goethe-
Institut Lagos –, die als organisatorische wie
diskursive Kooperationspartner fungierten.
Die erste Plattform, Demokratie als
unvollendeter Prozess, fand zunächst vom
15. März bis 20. April 2001 in Wien statt und
wurde vom 9. bis 30. Oktober 2001 in Berlin
fortgeführt. Plattform 2, unter dem Titel
Experimente mit der Wahrheit:
Rechtssysteme im Wandel und die Prozesse
der Wahrheitsfindung und Versöhnung,
wurde vom 7. bis 21. Mai 2001 in Neu-Delhi
realisiert und umfasste ein fünftägiges
Programm aus Podiumsgesprächen,
Vorträgen, Diskussionen sowie ein
umfangreiches Videoprogramm mit über 30
Dokumentar- und Spielfilmen. Die dritte
Plattform, Creolité und Kreolisierung,
versammelte vom 12. bis 16. Januar 2002
auf der karibischen Insel St. Lucia eine
Gruppe von 15 Wissenschaftlerinnen,
Künstlerinnen und Dichterinnen zu einem
intensiven dreitägigen Arbeitsworkshop.
Plattform 4, Unter Belagerung: Vier
afrikanische Städte – Freetown,
Johannesburg, Kinshasa, Lagos, wurde vom
15. bis 21. März 2002 in Lagos (Nigeria)
durchgeführt und widmete sich im Rahmen
eines öffentlichen Podiums sowie eines
gemeinsam mit CODESRIA organisierten
Workshops („Urban Processes in Africa“) den
dynamischen Transformationsprozessen
rasant wachsender urbaner Zentren des
afrikanischen Kontinents. Über den
gesamten Zeitraum dieses mehrphasigen
Projekts wirkten mehr als 80 internationale
Teilnehmer*innen – Philosoph*innen,
Autor*innen, Künstler*innen,
Architekt*innen, politische Aktivist*innen,
Jurist*innen, Wissenschaftler*innen und
weitere kulturell engagierte Akteur*innen –
am Aufbau eines dynamischen öffentlichen
Raums mit und erprobten ein kritisches
Modell der Verknüpfung heterogener
kultureller und künstlerischer Praktiken im
Kontext einer zunehmend globalisierten
Gegenwart.
Weitere Informationen
08.06. – 15.09.2002
Museum Fridericianum, documenta-Halle,
Kulturbahnhof, Balikino, Binding-Brauerei,
Orangerie, Karlsaue, Kasseler Innenstadt,
Friedrich-Wöhler-Siedlung / Nordstadt
Künstlerischer Leiter:
Okwui Enwezor
Co-Kurator*innen:
Carlos Basualdo, Ute Meta Bauer, Susanne
Ghez, Sarat Maharaj, Mark Nash, Octavio Zaya
Assistentinnen der künstlerischen Leitung:
Christina Werner, Mavette Maton
Grafisches Erscheinungsbild:
Bernhard Wollborn, atelier grotesk, Kassel
Non-Logo:
Ecke Bonk
Trägerin:
documenta und Museum Fridericianum
Veranstaltungs-GmbH